Theater

Auf der Suche nach dem verlorenen Sein

Kritik

Lexikon | Marie Gamillscheg | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Pedro Gross in der Rolle des Raul, der seine Familiengeschichte erforscht

Am 26.4.1986 hört der elfjährige Raul auf zu sprechen. Er erkennt, dass sich eine Lüge hinter der von den Eltern erzählten Geschichte seiner Herkunft verbirgt, und macht sich auf die Suche nach seinen Wurzeln. Dabei tauchen immer mehr mysteriöse Fragen auf: Wie heißt er wirklich? Welche Rolle spielt der geheimnisvolle „eiserne Großvater“, der die Hoffnung nicht aufgibt, seinen Enkel wiederzufinden? Der holländische Autor Ad de Bont schildert in „Desaparecidos“, dem derzeit im TaO! zu sehenden dritten Teil seiner Trilogie nach Homers Odyssee, eine bewegende Suche nach der eigenen Identität rund um Verrat, Lügen und Geheimnisse während der grausamen Militärdiktatur der 70er-Jahre in Argentinien.

Auch wenn sich das glückliche Ende der Geschichte schon früh abzeichnet, das Stück selbst ein wenig belehrend daherkommt, schafft es Regisseur Manfred Weissensteiner, durch Stilmittel wie das Einspielen


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