Kunst

Fluc: Auch ich war in Arkadien

Kritik

Lexikon | Nicole Scheyerer | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Sonia Leimer am Praterstern

Der Club Fluc hat sich immer schon kunstaffin gezeigt. Jetzt wurde mit „Urban Signs – Local Strategies“ das bisher größte Ausstellungsprojekt gestartet, das programmatisch auch den benachbarten Bahnhofsvorplatz einbezieht. „Beton, Stahl, Glas 2008“ heißt es dort mit großen Buchstaben, die von Sonia Leimer angemietet wurden. Vor der blitzend neuen Station funktioniert dieser Schriftzug tautologisch; die Lettern kommen aus dem öffentlichen Raum und werden dort unter künstlerischem Vorzeichen wieder eingesetzt. Der brausende Lärm am Praterstern erstickt die Soundarbeit von Boris Ondreika, allerdings nur, bis die Ampeln auf Rot stehen. Dann wundern sich die Autofahrer, woher die Synthie-Klänge von „Ding Dong Band – Stand Under“ kommen. Lucie Stahl bewirbt ein eigenes Projekt mit einem Plakat, Anna Artaker zieht die Passanten mit ihrem „Personenalphabet“ – einer Porträtgalerie mit geheimer Message – magnetisch an.

Eine gelungene ortsspezifische Arbeit stellt das „Volume Unit Meter“ von David Moises dar, das an der Gebäudefassade über die Lautstärke des Sounds im Fluc informiert. Ein Holzgerüst von Michael Gumhold greift die Form von Beleuchtungstraversen auf. Stefan Sandners Gemälde „Et in Arcadia Ego“, das auf einer fremden Handschrift basiert, scheint auf den Nachtclub als paradiesischen Sehnsuchtsort anzuspielen. Das Wandbild von Christian Egger, das den Schatten einer jubelnden Menge vor Bäumen zeigt, lässt an die Nähe des Praterwaldes denken. Gab es dort schon mal ein Rave?

Fluc & Vorplatz, bis 8.1.


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