Der gezeichnete Krieg: Waltz with Bashir

Noch im Kino

Lexikon | Maya Mckechneay | aus FALTER 45/08 vom 05.11.2008

Ari Folmans „Waltz with Bashir“: eigene Kriegserlebnisse als Albtraum rekonstruiert

In der Eingangssequenz hetzt ein Rudel Hunde durch das nächtliche Tel Aviv – böse Erinnerungen stören die Stadt in ihrem Schlaf. Der Sound ist plastisch, hart und real, der Hintergrund rotoskopiert, die Tiere sind am Computer gezeichnet. Wie eine geheimnisvolle Unterströmung ziehen einen die Bilder rückwärts ins Jahr 1982, als israelische Soldaten in West Beirut zusahen, wie christliche Milizen ein Massaker an Zivilisten anrichteten. Der Moment X, auf den der Strom der Zeichnungen zutreibt, ist schließlich ein real verwackeltes Video von Trümmern und Toten. Dabei spielt der Film die beiden Darstellungsformate nicht gegeneinander aus. Die Gleichung lautet vielmehr: Ein paar Sekunden Katastrophenfootage auf CNN entsprechen einem Universum Ängsten. Nur, dass man die im Normalfall eben nicht sieht.


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