Kritiken

Eisige Beziehungskiste im Schauspielhaus

Lexikon | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 46/08 vom 12.11.2008

Flotter Dreier: „Die Eisvögel“

Die junge Berliner Dramatikerin Tine Rahel Völcker variiert in ihrem Dreipersonenstück „Die Eisvögel“ (uraufgeführt 2004) eine dramatische Standardsituation: Die Langzeitbeziehung eines Paares wird durch eine dritte Person auf die Probe gestellt. Karl (Max Mayer), der mit seiner Frau Eva (Angela Ascher) ein Haus im Wald bewohnt, liest auf einem zugefrorenen See die junge Josi (Bettina Kerl) auf, die möglicherweise suizidgefährdet, jedenfalls aber ziemlich sonderbar ist. Er nimmt sie mit nachhause, wo sie sich prompt einnistet. Nach Art des Schauspielhauses geht die österreichische Erstaufführung (Regie: Nina Mattenklotz) kurz und trocken über die Bühne, aber da spielt der Text nicht mit. Wenn schon, müsste man sich wahrscheinlich mehr auf die eisige Poesie des Stücks einlassen. Am schönsten ist der imposante Bauch von Angela Ascher, die so schwanger ist, dass die Inszenierung wohl schon bald in die Babypause gehen wird.

Nächste Vorstellung: Schauspielhaus, Di 20.00


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