Buch der Stunde

Andrea Grill | Lexikon | aus FALTER 46/08 vom 12.11.2008

Drei badende Frauen finden beim Ballspiel einen nackten, blutbeschmierten Mann. Ist das ein Voyeur? Das Opfer eines Überfalls? „Du blutest“, sagt die forschere der Freundinnen zu dem im Schilf angespülten Häufchen Unglück. „Verzeihung!“, antwortet er.

Wie der Protagonist dieser letzten von sieben Erzählungen scheinen die Figuren in Klemens Renoldners literarischem Debüt sich für die ihnen zugefügte Unbill geradezu entschuldigen zu wollen. Sie heißen z.B. Katharina F., Thomas und Waltraud, André Polonsky, Josefine oder Professor Mietzekatze. Ein griechisches Drama an der Enns. Da herrscht eine wüste Sanftheit. Jemand spielt Harfe, besitzt aber gleichzeitig einen Hund namens Picco und isst ein Twix nach dem anderen. Wo väterliche Beziehungen zur „Konzernspitze“ nicht mehr ausreichen, um dem Sohn eine Arbeitsstelle zu besorgen, ist man bekümmert, sogar wenn es „nicht den geringsten Grund für deine Unzufriedenheit gibt“. Eine in den Kummer verliebte Gesellschaft?

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