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Klaus Nüchtern
Falter & Meinung | aus FALTER 46/08 vom 12.11.2008

Weichheit ist die neue Härte, /Doofsein ist das neue Schlau, / Schwachheit ist die neue Stärke, / Eber ist die neue Sau. Die Umwertung aller Werte steht auf der Tagesordnung, aber wo steht der Falter? Er bleibt bei Friede, Freundschaft und Völkerverständigung, nur dass jetzt die Ukraine das neue Finnland ist. Schuld daran, dass der Falter seine traditionelle Verbundenheit mit den Finnen zugunsten der Fraternisierung mit dem Ukrainer vernachlässigt hat, trägt Joseph Gepp. Er besuchte letzten Herbst im Rahmen der Politikserie „Ostwärts“ den Schriftsteller Juri Andruchowytsch in dessen Heimatstadt Iwano-Frankiwsk (benannt nach dem ostgalizischen Dichter Iwan Franko, 1856–1916) und war auch maßgeblich an der Initiierung und Umsetzung des Literaturschwerpunktes beteiligt, der in Nummer 50/07 erschien.

„Pubertäre Ostbegeisterung“, sagt der Gepp-Sepp, habe ihn zunächst ins ehem. Jugoslawien und dann eben die Ukraine geführt, wo übrigens auch Andrea Dusl große Teile ihres Films „Blue Moon“ gedreht hat. Wenn es jetzt schon wieder einen Ukraine-Literaturschwerpunkt gibt, liegt das daran, dass wir seinerzeit unserer Zeit voraus waren und die von Falter-Autor Erich Klein kuratierte „Literatur im Herbst“ heuer einen auf Ukraine macht. Das Andruchowytsch-Interview besorgte Jörg Magenau aus Berlin, auch er ist seit Jahren im Falter mit Rezensionen vertreten. Ab Anfang nächsten Jahres wird Magenau der Redaktion von Literaturen angehören.


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