Seinesgleichen geschieht

Österreichischer Stil: Zilk und Haider, zwei Staatsbegräbnisse und die Folgen

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 46/08 vom 12.11.2008

Wir haben in den letzten Wochen zwei Begräbnisse gesehen, jenes von Jörg Haider und jenes von Helmut Zilk. Der Vergleich lohnt sich. Von den Angehörigen sei dabei ausdrücklich abgesehen; sie müssen im öffentlichen Trauerspiel mitspielen, ob sie wollen oder nicht, und alle haben es mit Würde und Haltung getan.

Beide Begräbnisse waren als öffentliche Schauspiele konzipiert. Das Staatsbegräbnis ist in der verwitternden Demokratie jener Augenblick, wo sich Staat und Gesellschaft noch in aller Pracht darstellen. Auch Agnostikern verweigert die Kirche ihren Segen nicht; im Angesicht des Todes sind alle Überlebenden froh, sich auf vorhandene Rituale stützen zu können.

Im Falle der beiden Begrabenen war das kein Problem, beide galten als Katholiken. Man konnte die erleichternden Dienste der Todesfachleute ohne Weiteres in Anspruch nehmen. Beide Begräbnisse fanden zudem im Fernsehen statt; weil das erste exzessiven Sendeplatz bekommen hatte, musste das zweite mindestens mithalten.

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