Ein kleinkarierter Sturz, kein intellektueller Höhenflug

Politik | aus FALTER 46/08 vom 12.11.2008

Norbert Lesers jüngste Abrechnung mit der Sozialdemokratie verfängt sich in Persönlichem und vergisst, die wirklich wichtigen Fragen zu stellen

Rezension: Oliver Rathkolb

Der emeritierte Professor für Gesellschaftsphilosophie an der Universität Wien Norbert Leser entwickelt sich zur professionellen Kassandra in Sachen österreichische Sozialdemokratie. In regelmäßigen Abständen geißelt er den Sittenverfall der sozialdemokratischen Spitzen- und Gewerkschaftsfunktionäre, so unter anderem 1988 in „Salz der Gesellschaft“, 1998 in „Elegie auf Rot“, und prophezeit deren politisches Ende. Sein jüngstes Werk ist mit Abstand das schwächste und uninteressanteste dieses verdienten Autors und kritischen Denkers. Enttäuschend vor allem deshalb, weil Lesers Habilitationsschrift „Zwischen Reformismus und Bolschewismus. Der Austromarxismus in Theorie und Praxis“ von 1968 zu Recht zu den Klassikern der österreichischen Politik- und Ideologiegeschichte zählt.

Ganz im Gegensatz dazu


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