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Bücher, kurz besprochen

Robert Misik | Politik | aus FALTER 46/08 vom 12.11.2008

Making Obama

Eine Politikerbiografie der besonderen Art ist „Ein amerikanischer Traum“ von Barack Obama – er schrieb das Buch nämlich, bevor er sich zum Wechsel in die Politik entschied. Das garantiert eine Ehrlichkeit, die man sonst nicht immer erwarten darf. So berichtet Obama von seinen Drogenexperimenten und einer schwierigen Jugend. Obama schreibt mit erstaunlichem erzählerischem Talent eine Art Entwicklungsroman eines schwarzen Buben, der entlang der Rassenschranken, aber auch quer zu ihnen aufwächst. Als Sohn eines afrikanischen Austauschstudenten und einer weißen Amerikanerin lebt er zeitweise in Indonesien und wächst später bei den weißen Großeltern auf Hawaii auf. Zwischen den Kulturen lernt er, mit den Augen der anderen zu sehen. Er konnte ein schwarzer Politiker werden, der sich vom Trauma der Sklaverei emanzipierte – auch deshalb, weil sie nicht Teil seiner eigenen (Familien-)Geschichte ist.

Barack Obama: Ein amerikanischer Traum. Hanser Verlag, 443 S., € 25,60


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