Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 46/08 vom 12.11.2008

Der nette Kuchenbäcker Ned kann Tote durch eine Berührung wieder zum Leben erwecken, mit ihnen eine Minute lang quatschen, um sie dann pünktlich nach 60 Sekunden durch eine weitere Berührung wieder ins Jenseits zurückzubefördern. Gemeinsam mit einem grummeligen Privatdetektiv klärt Ned so auf, wer die Leute umgebracht hat. Doch dann greift er eine herzige Verstorbene an, verliebt sich, lässt die eine Minute ohne die zweite Berührung verstreichen – und sie damit am Leben. Für sie stirbt der dicke Bestatter nebenan. So weit, so absurd. Die neue US-Serie „Pushing Daisies“ (ProSieben, Mi, 21.15 Uhr ) nimmt sich der Idee eines Mannes, der Leben geben und dafür ein anderes nehmen kann, leider auf dümmliche Art an. Der Bäcker und sein wiederwecktes Mädel stolpern durch eine naive Kitschwelt voller überzeichneter Witzfiguren, das Ganze erinnert an „Die fabelhafte Welt der Amélie“ – nur auf Amerikanisch. Kuhäugig und klebrig. Dabei wäre das Gleichgewicht zwischen Leben und Tod ein so schönes Motiv für die seichte Serienwelt.


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