Wie Igor Strawinsky in ein Wiener Gefängnis kam

Feuilleton | aus FALTER 46/08 vom 12.11.2008

Jugendliche Straftäter zeigen, dass die teuflischen Versuchungen aus der Oper „The Rake’s Progress“ für sie harte Realität sind

Reportage: Carsten Fastner

Tom Rakewell war ein schlechter Mensch. Nicht genug, dass er seine beträchtliche Erbschaft verspielte, verhurte und versoff; er riss auch andere ins Elend, nicht zuletzt seine treue Verlobte Anne Trulove, die er, getrieben von höchst zweifelhaften sexuellen Interessen, sitzenließ.

Kurz: Tom Rakewell ist in kurzer Zeit allen Versuchungen erlegen, denen man so erliegen kann. Aber er hat dafür bezahlt: In dem Moment, in dem er die Sinnlosigkeit seines Tuns realisierte, wurde er irre.

Den Werdegang dieses Wüstlings hat der englische Maler William Hogarth 1735 in acht Kupferstichen festgehalten. Igor Strawinsky sah die Blätter in einer Ausstellung und vertonte sie im Stile einer barocken Opera buffa: „The Rake’s Progress“, 1951 im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt, gilt als Höhepunkt der neoklassizistischen Phase

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