Nie mehr nüchtern

Steiermark | aus FALTER 46/08 vom 12.11.2008

Allein heuer sind 19 Steirer an den Folgen einer Überdosis gestorben. Muss das sein?

Reportage: Donja Noormfidi

Wie ein Häufchen Elend sitzt die junge Frau vor Diplompfleger Johann Hermann, sie ist abgemagert, hat ihre Kappe tief in die Stirn gezogen. Nach nur 21 Jahren steckt das Leben von Frau W. in einer Sackgasse: Vor kurzem wurde sie aus dem Gefängnis entlassen, einen Drogenentzug hat sie bereits abgebrochen. Frau W. nimmt nicht nur das Drogenersatzmittel Substitol. „Welche Schlafmittel haben Sie schon geschluckt?“, fragt Hermann. Frau W. lächelt matt: „Es gibt nichts, was ich noch nicht genommen hätte.“ Hermann öffnet eine rötliche Substitolkapsel, Frau W. muss den Inhalt vor seinen Augen mit einem Glas Wasser einnehmen. Sonst besteht die Gefahr, dass sie den Kapselinhalt aufkocht und sich, obwohl es verboten ist, in die Vene spritzt – nur so gibt es den begehrten Kick.

Die künftigen Drogentoten

Für Hermann wiederholt sich dieses Ritual täglich rund sechzig Mal: Die


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