Steirerbrauch

Volkskunde

Steiermark | aus FALTER 46/08 vom 12.11.2008

SCHENKEN IIDie Qual hat schon im November angefangen, weil vom November bis Dezember nur mehr ein Katzensprung war und im Dezember immer alles schon zu spät. Angefangen hat sie mit der Mama, weil die am schwierigsten war, weil die Mama alles gehabt, nichts gebraucht und das Schenken gehasst hat. Hat sie gesagt. Aber wie sie dann ein Jahr wirklich nichts unter dem Christbaum gehabt hat, nur eine Bleistiftzeichnung Wiesesonnehaus von der Enkeltochter, da hat sie auch schön geschaut. Hat den Kekserlteller vom Tisch gewischt, zwei Likörstamperl auf die Sonntagskleider geschüttet und am Christtag, das haben die Kinder beobachtet, die sich in die Küche geschlichen haben, drei dicke Batzen in den Leberknödelsuppentopf gespuckt. Und dabei so dreckig geflucht, dass die Kinder keinen Bissen mehr runtergekriegt haben. TW

Dramatiker

Johannes Schrettle ist zwar kaum in Graz, dennoch weiß er immer was von dort zu berichten


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