Kritik

„Pink Vanja“: Wer singt, bringt sich nicht um

Lexikon | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Toxic Dreams spielt „Pink Vanja“

Tschechow mag man eben. Doch die Lust am Beschreiber trauriger Seelen und Landschaften können Theatervielgehern die zahlreichen mauen Aufführungen von Laien- und freien Gruppen ziemlich vermiesen. Und auch im Staatstheater ist der Russe nicht immer so leicht, wie man ihn nehmen sollte. Schön, dass sich mit Toxic Dreams endlich mal jemand über die Tschechow-Welt lustig macht, nämlich ohne sie gleich ganz kaputtzuhauen. „Pink Vanja“ heißt die Oper nach „Onkel Wanja“ – und es handelt sich dabei tatsächlich um ein nicht ganz unanstrengendes Singspiel in englischer Sprache (Musik: Michael Strohmann). Wanja fast forward sozusagen („bla bla bla“), temporeich und unterhaltsam gebrochen. Denn: Wer singt, hat keine Zeit, sich umzubringen. Oder für stanislawskisches Einfühlungstheater.

Letzte Vorstellung: brut im Künstlerhaus, Fr 20.00


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