Festival

Anders gesehen, anders gehört!

Lexikon | Lisa Kiss | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Im Jahr 1994 gründete der Choreograf Mario Mattiazzo die Tanzfabrik Wien, die sich als Plattform für Künstlerinnen und Künstler aus allen Kunstsparten etablierte. Ab dem Jahr 2000 wurden verstärkt Produktionen mit und für gehörlose Menschen erarbeitet. Das kleine feine Festival „anders gesehen, anders gehört“ zeigt vier Stücke, die sich ganz unterschiedlich mit der Thematik Sprache und Interkulturalität beschäftigen. Im Tanzstück „Rotkäppchen“ (ab 5 J.) nach dem Märchen der Gebrüder Grimm stellt das kleine Mädchen seine berühmten vier Fragen in Gebärdensprache, weil es gehörlos ist. Auch dem „Aschenputtel“ (ab 8 J.) fehlen Gehör und Sprache. Ausgrenzung und der Umgang mit Menschen, die anders sind, werden hier aus dem Blickwinkel der Gehörlosen betrachtet. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem blinden Bettler und einem obdachlosen Jungen erzählt das visuelle Theaterstück „Die Brücke der Träume“ (ab 8 J.) von Carlos Manuel Delgado. Für Kinder ab 6 Jahren ist das interaktive Musiktheaterstück „Orfeo auf der Leiter“ konzipiert. Orfeo steigt in die Unterwelt, um seine geliebt Euridice zurückzuholen. Er darf sie nicht anblicken, kann aber der Versuchung nicht widerstehen. Jetzt kann ihn nur noch das Publikum aus dem Dilemma holen!

Odeon, 27.11. bis 3.12., Info: www.tanzfabik-wien.at


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