Kritik

Flügelmensch und Taube

Kunst

Lexikon | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Retro Christian Schad

Ein großer Erneuerer war Christian Schad nicht, wiewohl er in unterschiedliche Stilrichtungen ausschwärmte. Das macht die Retrospektive des Künstlers (1894–1982) im Leopold Museum deutlich, deren Höhepunkt eindeutig seine neusachlichen Gemälde bilden. Diese schonungslosen Porträts stechen aus dem übrigen Werk des Künstlers heraus, das von kubistischer Malerei bis hin zu Dada und Expressionismus reicht. Besonders eindrucksvoll: Das Porträt der Schausteller „Agosta, der Flügelmensch, und Rasha, die schwarze Taube“ von 1929. Den gezeigten Fotogrammen fehlt die avantgardistische Prägnanz von Man Rays Arbeiten mit dem Medium. Auch der Fokus auf andere Künstler und auf Schads Spätwerk bekommt der Schau schlecht. Ns

Leopold Museum, bis 6.1.


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