Kritik

Arbeiter verlassen die Fabrik

Kunst

Lexikon | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Es ist wohl einmalig in der Geschichte der Secession, dass eine Künstlerin das ganze Haus bespielt. Die Amerikanerin Sharon Lockhart hat im letzten Jahr ein Großprojekt realisiert, das leicht mehrere Ausstellungshallen füllt. Im Zentrum steht die 1884 gegründete Schiffswerft Bath Iron Works in Maine, deren 6000 Mitarbeiter Kriegsschiffe bauen. Lockhart hat die Arbeitsroutine in dem Rüstungsunternehmen ein Jahr lang begleitet und aus dieser Beschäftigung mehrere Film- und Fotoarbeiten gewonnen. Die 1967 geborene Künstler bildet das alltägliche Leben ab und beleuchtet gleichzeitig das Verhältnis zwischen den beiden Medien Film und Fotografie.

Der Film „Lunch Break“, den Lockhart gemeinsam mit dem Filmemacher James Benning und der Komponistin Becky Allen gestaltet hat, hält die Pause im industriellen Alltag fest. Parallel zeigt eine Fotoserie die Lunchboxen, die die Arbeiter von zuhause mitbringen. Die Ausstellung wird von dem Film „Exit“ beschlossen, der das Schichtende jedes Tages einer Arbeitswoche festhält – eine Referenz an die Brüder Lumière und die Anfänge der Filmgeschichte. NS

Secession, Eröffnung 20.11., 19.00, bis 18.1.


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