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Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Schaltjahre sind Jahre, in denen bei den Olympischen Winterspielen wieder auf Sommerzeit gestellt wird (bloß auf der Südhalbkugel ist es genau umgekehrt, weil das Badewasser dort im Uhrzeigersinn abläuft). Schaltjahre sind selten, es gibt eine sehr komplizierte Formel, mithilfe derer man sie berechnen kann, aber dafür braucht’s mehr als Matura.

Ähnlich selten sind jene Jahre, in denen der Falter nicht 50, sondern 51 Mal erscheint. Normalerweise gibt es Anfang Jänner die Ausgabe 1/2 und Ende Dezember 51/52. Letztere fällt – in Übereinstimmung mit den festtäglichen Essgewohnheiten – sehr üppig aus, die erste Ausgabe im Jahr orientiert sich dann mehr an der Krautsuppe, die führende Politiker und weite Teile der Bevölkerung über Tage zu sich nehmen. Heuer gibt es 51 und 52, und der Zufall will es, dass 52 auf den 24. Dezember fällt und die Redaktion daher bis zum 23. hackeln muss, aber bereits am 16. die Weihnachtsfeier hat, was alles andere als ideal und inspirierend ist, weil: erst die Arbeit, dann das Spiel.

Unsteter, mysteriöser und dunkler als die Weihnachtsfeier ist das Fest des gemeinsamen Gänseverzehrens. Oft bleibt bis zum letzten Augenblick unklar, ob und wo es stattfindet, und der Termin wird erst bekannt gegeben, wenn die Redaktion knapp vor der offenen Meuterei steht. Das konnte jetzt gerade noch abgewendet werden. Ich fürchte aber, das alljährliche Opfer der Ganzkörpergänsefetteinreibung wird es zu spüren bekommen.


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