Kommentar

Reiner Zufall: Die glücklose Stadtpolitik und der Prater

Rathaus

Falter & Meinung | Joseph Gepp | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Der Prater, das sind Zufälligkeiten. Er entzieht sich jedem generellen Konzept, er oszilliert irgendwo zwischen Rotlichtviertel und Streichelzoo, zwischen Techno und Tradition, zwischen Toboggan und Tagada. Der Prater, das sind Interessenkonflikte zwischen Unternehmern, Stadtplanern, Anrainern und Besuchern. Und weil die Interessenkonflikte so groß sind, wird der Prater vielleicht immer ein großer Zufall bleiben.

Es scheint, als würde jeder Versuch, diese Anmutung zu ändern, scheitern. In den vergangenen Jahren gingen sämtliche kommunale Initiativen, dem Prater ein einheitliches Gesicht aufzudrücken, desaströs schief. Das begann beim glücklosen (und teuren) Engagement des französischen Themenparkexperten Emmanuel Mongon 2003. Er wollte dem Vergnügungspark seine vergangene Grandezza zurückgeben. Aber er scheiterte, denn es galt eben, den Prater zu reformieren und nicht Disneyland.

Dann kam das Fiasko um den Riesenradvorplatz. Von den explodierenden Baukosten, dem insolventen Generalunternehmer,


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