Die 7 Todsünden

Politik | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Proporz & Paranoia: Wie SPÖ und ÖVP die alten Fehler der großen Koalition wiederholen

Analyse: Julia Ortner

Trotz wochenlanger rot-schwarzer Verhandlungen ist kein Plan für eine Koalition „neuen Stils“ sichtbar – dafür alte Muster, die an die Kardinalfehler der SPÖ-ÖVP-Koalition erinnern.

1 Paranoia

Wenn sich Rot und Schwarz treffen, ist immer eine Portion Verfolgungswahn mit dabei – das Grundproblem ihrer Verbindung. Die ÖVPler können ihre 13 Jahre als Juniorpartner in der alten großen Koalition (1987–2000) nicht vergessen; und sie erinnern sich mit Grauen daran, wie Alfred Gusenbauer, der Hacklersohn aus Ybbs, ihnen 2006 die Macht wieder abnahm. Die SPÖler wiederum laborieren nach wie vor an den Demütigungen der Oppositionsjahre unter Wolfgang Schüssel und misstrauen den Konservativen – schließlich hat Schüssel sie 2000 mit den Rechten ausgespielt. Die rote Urangst: Auch Josef Pröll könnte im Hintergrund auf eine Rechtsregierung spitzen.

2 Neid

Wenn es in der Partnerschaft

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