Geschichte ohne Irritationen: Es soll nicht weh tun

Politik | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Die große Republiksausstellung im Parlament will niemanden vor den Kopf stoßen. Das ist ihre große Schwäche

Ausstellungsbesuch: Herwig G. Höller

Das erste Staatsoberhaupt der Ersten Republik, der Sozialdemokrat Karl Seitz: „Das war ein fescher Bursch!“ Und Kurt Schuschnigg, Bundeskanzler im austrofaschistischen Ständestaat: „Mit dem habe ich noch geredet. Aber der hat geraucht, dem ist die Zigarette nie ausgegangen. Und so einem Mann Rauchverbot zu geben! Am Obersalzberg war er fertig, nach einer Viertelstunde hat er nur noch gezittert.“ Stefan Karner, Co-Kurator der „Republiksausstellung“ im Parlament, war vergangene Woche ganz in seinem Element. Während der Presseführung gab der Grazer Historiker bisweilen den Zeitzeugen – auch wenn er gar nicht dabei sein hätte können.

Karner ließ keinen Zweifel daran, dass er sich als Teil der großen Geschichte versteht – im Beitragsband schreibt er etwa ausführlich über seine Kärntner Ortstafelvermittlungsversuche und über

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