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Bücher, entstaubt

Politik | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Was 1848 wirklich war

Nicht im Jahr der Gründung der Ersten Republik, 1918, sondern im europäischen Revolutionsjahr 1848 soll das sogenannte Haus der Geschichte ansetzen. Das ist wohl die wichtigste inhaltliche Festlegung, die noch von der alten Regierung getroffen wurde. Wer im 19. Jahrhundert ansetzt, dem fällt es leichter, Nationalitätenkonflikte, Industrialisierung und Globalisierung zu erklären sowie eine europäische statt österreichzentrierte Perspektive zu finden. 1848 wird als Schlüsseljahr vor allem von freiheitlichen und deutschnationalen Verbindungen hochgehalten. Es ist höchste Zeit, dieses Jahr breiter zu sehen – und das neue Museum könnte einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Wer nicht auf die Realisierung irgendwann im Jahr 2010ff. warten will, kann sich einen 2003 erschienenen Sammelband der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hernehmen: Autoren aus Polen, Ungarn, Italien, Rumänien, Serbien, Kroatien, der Slowakei, Tschechien, Slowenien und Österreich beschreiben darin, wie vielschichtig der Erinnerungsort 1848 in ihrer Heimat gesehen wird. Bt

Barbara Haider, Hans Peter Hye (Hg): 1848 Ereignis und Erinnerung in den politischen Kulturen Mitteleuropas. Verlag OEAW (2003), 313 S., € 59,–


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