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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Wikipedia.de wurde übers Wochenende gesperrt. Das Landgericht Lübeck hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Webseite erlassen. Wer die Internetadresse besuchte, sah nicht die Startseite der Online-Enzyklopädie, sondern eine Fehlermeldung. Der Hintergrund: Der deutsche Linkspolitiker Lutz Heilmann hatte das Gericht eingeschaltet. Der Artikel besudle seinen Ruf, meinte er. Das Gericht sperrte daraufhin Wikipedia.de. Eine ziemlich nutzlose Aktion, denn sämtliche deutschsprachige Wiki-Artikel waren weiterhin auf der Originalseite Wikipedia.org einsehbar, Wikipedia.de verlinkt nur dorthin. Die einstweilige Verfügung zeigt aber, welchen Einfluss Bezirksrichter auf das Internet haben können. Erst kürzlich sorgte das Hamburger Landgericht für Aufsehen. Es befand, dass der Suchdienst Google gegen das Urheberrecht verstößt. Vielen Richtern fehlt sowohl das Verständnis, wie das Netz funktioniert, als auch treffsichere Gesetze fürs Web 2.0. Schlimm daran ist, dass sie über die Zukunft des Internets mitentscheiden.


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