Dramolett

Mediensatire

Medien | Antonio Fian | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Vorm Ende

* Eins)

* Bürgerhaus in Wien, innen. Wohnküche. Herr und Frau Bürger beim Frühstück. Croissants, Konfitüren, Kaffee. Herr Bürger liest aus der Zeitung vor.)

Herr Bürger:

Weltweite Bankenkrise, gefolgt von einer Wirtschaftskrise. An den Wahlurnen spektakuläre Erfolge der extremen Rechten. Die traditionellen sozialdemokratischen und christdemokratischen Parteien unfähig zur Zusammenarbeit. Demokratie verliert gegenüber Scharlatanen, die den „starken Mann“ geben. Österreich an einer Wegscheide. Wahrscheinlich sogar an der Kippe. Die politische Klasse führt nicht. (Schaut auf. Schaut nieder. Liest vor:) Bei der SPÖ alle Bremsen ausgebaut. FPÖ und Grüne schließen sich freudig an.

Frau Bürger (essend):

FPÖ und Grüne!

Herr Bürger (Schaut auf.

Schaut nieder. Liest vor):

Der derzeitige Eindruck unserer politischen Szene ist der von Unernst, intellektueller Unredlichkeit und einer Verlotterung der Sitten. Das konnten wir uns in Zeiten der Hochkonjunktur gerade noch leisten. Jetzt nicht mehr. (Schaut auf. Schaut nieder. Liest vor:) Ein weiterer Artikel folgt am Samstag.

Frau Bürger:

Das gibt ein wenig Hoffnung.

Herr Bürger: (Schaut auf. Schaut Frau Bürger an. Pause)

Frau Bürger:

Einen Funken zumindest.

(Pause)

Frau Bürger:

Fünkchen.

(Vorhang)

Material: Hans Rauscher: „Österreich gerät ins Rutschen (I)“, Der Standard, 4.11.2008


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