An den Mond von einem andern Holz

Feuilleton | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Von Gott und dem neuen Menschen: neue Gedichtbände von Julian Schutting und Evelyn Schlag

Rezension: Erich Klein

Julian Schuttings Gedichtband „An den Mond“ beginnt mit der sieben Seiten langen Frage an Ophelia: „Was bringt dich dazu … die von dir ertränkte Liebe / flutend weiterzusingen?“ Die Antwort folgt auf hochgetöntem Versfuß. Schließlich ertönt aus dem alten Haus deutscher Hymnen und Oden die selbstkritisch-skeptische Gegenfrage an die heutigen Dichter: „Tja, was unsereins Vor-sich-Hindichtendes unter Gedichten versteht“ – Banalitäten.

Himmel ist vermutlich das häufigste Wort in Schuttings Gedichtwelt zwischen Dachstein und Hölderlins Wahnsinn – bis die Wörter sich schließlich verdrehen: „dich himmlisches Kinde, / umschwirren fahnenflüchtig die Schwannen“. Irgendwann verhaspelt sich schließlich der dichterische Gedankenflug von Himmel zu Himmler. Folgerichtig beginnen Schuttings „politische Gedichte“ mit einem forschen Verdikt: „Worüber man

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