Einmal Propaganda und retour

Feuilleton | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Die israelische Künstlerin Yael Bartana hinterfragt den Zionismus mit dessen eigenen Mitteln

Porträt: Nicole Scheyerer

Leise Musik belebt die karge Szenerie. Noch sind nur ein Jeep und ein Reiter auf einem Esel zu sehen, aber der Soundtrack verspricht baldige Geschehnisse. Zu langsamem Crescendo bewegt sich die Kamera über Bauschutt und Geröll, die Reste von zerstörten Häusern. Plötzlich sorgen sinfonische Bläser und Streicher für Optimismus: Hilfe rückt an! Bald graben flinke Hände im weißen Schutt, die Mischmaschine dreht sich, und Ziegelsteine werden energievoll weitergeschupft. Im Presto beschleunigt sich der Bau, der seinen Rhythmus von einem starken Hammerschlag erhält. Ein glorioses Unternehmen, sagt die Musik, die Euphorie über den fertiggestellten Neubau muss alle beflügeln.

Die Wahrheit sieht anders aus. Das Gebäude wird bald wieder plattgemacht. Es wurde von der Organisation Israeli Committee against House Demolitions (ICAHD) ohne Genehmigung auf einem besetzten


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