Dicke Luft

Steiermark | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Die Umweltzonen sorgen für Aufregung. Wird Graz zur Fußgängerzone?

Recherche: Donja Noormfidi, Gerlinde Pölslser

Lisa Rücker macht sich keine Illusionen: „Ich bin unbeliebt.“ Das merkt sie zum Beispiel an den Kommentaren, wenn sie in ein Gasthaus geht. Aber die grüne Vizebürgermeisterin will nicht jammern, im Vergleich zu ihren Büromitarbeiterinnen gehe es ihr noch gut. Die bekämen immer die Anrufe, wenn wieder ein Artikel erscheine. „Die Beschimpfungen sind ein Hammer.“ Auf Kleine Zeitung Online geht ein erboster Poster so weit, Rücker als „fiebrige Grüne Marxistin“ zu bezeichnen, der „mit feuchten Tüchern der Weg gewiesen werden“ solle.

Grund für die Aufregung sind die umstrittenen Umweltzonen, die im Regierungsübereinkommen zwischen Grünen und ÖVP in Graz festgeschrieben sind. Nach deutschem Vorbild sollen Autos abhängig von ihrem Schadstoff-Ausstoß mit roten, gelben oder grünen Plaketten versehen werden. Wer eine rote Plakette bekommt, muss draußen bleiben.

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