Heidi List

Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Kolumnen | aus FALTER 47/08 vom 19.11.2008

Was Sie nie über Sex wissen wollten: Heidi List antwortet, bevor Sie fragen

Holländisch

Die Stadtväter von Amsterdam vermieten jetzt ehemalige einschlägige Etablissements im berühmten Rotlichtviertel an die Schmuck- und Modebranche, um das Viertel qualitativ aufzumotzen. In den ehemaligen Hurenfenstern gibt es nun laufmeterweise Designerfetzen und Klimbim. Vermieten heißt auf holländisch verhuren; fand ich immer schon saukomisch. Das Ganze ist eine gute Idee für diejenigen, die dort beim „herummieten“ erwischt werden. Die können dann immer noch einen Schlenker ins nächste Geschäft machen und um teures Geld das eine oder andere Diadem für die Frau zuhause kaufen.

In Wien wäre diese Initiative wohl ein Rohrkrepierer (ah! auch saukomisch in diesem Zusammenhang). Wenn also neben dem Café Tschakweline ein Cartiershop eröffnet, ist das eher nix. Der Gürtel bleibt halt der Gürtel bleibt halt der Gürtel. Dort kann man nur saufen, Musik hören und vögeln eben. Die Geldleute sollen im Ersten bleiben.

Alles, was dort so verhurt wird, kann sich der klassische Gürtelwalker sowieso nicht leisten. Miete heißt auf holländisch huur. Mit zwei „U“. Fad.


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