Musik Festivalvorschau

Neues Hören beim Interpenetration Festival

Lexikon | Tiz Schaffer | aus FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Zwischen Neuer Musik, Experiment, Improvisation aber auch Grenzgängerpop wird sich das diesjährige Interpenetration Festival vier Tage lang in der Grazer Postgarage niederlassen. Seinen Namen hat das Festival vom legendären Avantgardekomponisten John Cage, Interpenetration bedeutet gegenseitige Durchdringung ohne gegenseitige Beeinflussung. Cage wird auch heuer in Form von Neubearbeitungen gehuldigt. Manon Liu Winter wird das anhand einer Klavierexegese bewerkstelligen, beim experimentellen Gitarre/Schlagzeug-Duo Heifetz wird es wahrscheinlich die Spur härter zugehen. Geladen sind natürlich auch ausländische Gäste: Etwa der genialische Nate Denver aus L.A., der neben seiner Vorliebe für Death Metal auf Basis lieblicher Drumboxes als Songwriter zumindest in der Liga eines Adam Green mitspielt. Wahnsinniger ist auf alle Fälle Denver. Weniger wahnsinnig, dafür hochkonzentriert werden es die Grazer Code Inconnu angehen. Zwischen Post-Rock, Noise, Jazz und Electronica. Erstmalig werden heuer Vortragende zugegen sein: Christian Felber von Attac wird über "Neue Werte für die Wirtschaft" referieren, der deutsche Autor Horst Stowasser zu "Anarchie als Utopie". Und zwischen den Auftritten von etwa Krach der Roboter, Ken Okami & Michael Fischer, Tim Blechmann & Seijiro Murayama oder Bernhard Gal kann man sich kostenlose Eintöpfe schmecken lassen. Es wird nämlich aufgekocht. Auch der Eintritt ist frei. Bisherige Hörgewohnheiten sollte man allerdings bei der Garderobe abgeben.

Postgarage Graz, Di 19.00, Mi und Do jeweils um 21.00


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