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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Die Gans war gut, die Begleitkonversation zum kollektiven Geflügelverzehr gab mir Gelegenheit, die ein oder andere Anekdote aus den Zeiten von Floppy Disc und Klebeumbruch zum Besten zu geben, unterstützt von fachkundigen Einwürfen Christian Sulzenbachers aus dem Kunstdirektorium, der bereits ebenso lange dient wie ich. "Pfauuu!" und "uaoaag!" drang es aus den staunend geweiteten Mündern von Tick, Trick und Tr…, von Brodnig, Gepp und Apfl, die von meiner Zeitzeugenschaft sichtlich beeindruckt und ein bisschen traurig waren, nicht dabei gewesen zu sein, damals, in den wildbewegten Zeiten. "Gab's denn da schon Internet?" - "Im Pentagon vielleicht, bei uns noch nicht", antwortete ich, während Brodnig, Gepp und Apfl sich neue Gänsebrüste und Rotkraut auf die Teller schaufelten.

Ich fürchte, die Geschichte, wie der Koberg, der Duller, die Knecht und ich am Abend in irgendwelchen Parteizentralen abhingen (moi: LiF!), um eine stinklangweilige Nationalratswahl durch einen "originellen Zugang" aufzupeppen (das Kulturressort bei der Recherche!), fiel der Semmelknödelnachbeschaffung zum Opfer. Verglichen mit der Regierungsbildung 2008 war's aber noch ganz schön aufregend. Uns vom Feuilleton (wie man jetzt schreibt - mündlich heißt es weiterhin "Kultur") ist's recht: Nachdem Lolek & Bolek der österreichischen Innenpolitik zuletzt zweimal am Cover waren, blieb Sven Regener ohne Konkurrenz.


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