Meinesgleichen

Aus der weiten Welt der Meinung

Falter & Meinung | aus FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Zahlreiche Reaktionen gab es auf den Kommentar zu den beiden Begräbnissen (Falter 46/08). Im Bericht über jenes von Helmut Zilk hatte ich, einer Information der Politikredaktion vertrauend, geschrieben: "Das sind Tabubrüche, die wir gerne hinnehmen: Donauwalzer im Stephansdom, Habsburger Prunkkutsche für den letzten Weg. Ob das einem Sozialdemokraten angemessen sei, fragten ungläubig jüngere Kollegen. Natürlich, denn die Formschwäche des demokratischen Staates wird nicht dadurch behoben, dass er sich überhaupt jeder Form verweigert." Schade, dass es sich nicht um die Prunkkutsche der Habsburger handelte, sondern um eine jener historischen Trauerkutschen, die, wie der Homepage der Wiener Bestattung zu entnehmen, "statt dem Bahrwagen oder einem Elektrokonduktwagen" dem Publikum zur Verfügung stehen.

Ist damit mein Argument republikanischer Formschwäche (besser hätte ich geschrieben: Stil- oder Ausdrucksschwäche) abgetan? Ich denke nicht. Kollegin Sabine Nikolay vom ORF, die mich ebenfalls auf meinen Lapsus aufmerksam machte, schrieb, sie finde "die Briten so interessant, weil sie sich individuell stark verweigern, andererseits gerade in der Schrulligkeit zu wahrer Form gefunden haben und sich daneben noch eine Queen samt Hofstaat und dazugehörigen Symbolen und Ritualen leisten können, ohne ihr demokratisches Selbstverständnis in Gefahr zu bringen." So konnte ich mich im Irrtum doch verstanden fühlen.


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