Die Schwarzen im Niemandsland

Falter & Meinung | aus FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Josef Prölls ÖVP hat die wichtigsten Regierungsressorts ergattert. Die Krise seiner Partei ist damit nicht vorbei

Kommentar: Julia Ortner

Erschöpft, ernüchtert, ernst. So schaute Josef Pröll am Sonntag drein, als er mit Werner Faymann im Parlament vor die Kameras trat, um die rot-schwarze Einigung zu präsentieren: Ja, wir wollen doch! Doch während der künftige SPÖ-Kanzler staatstragend blieb, stahl sich über Prölls Gesicht bald ein breites Grinsen. Der Mann hatte Grund zur Freude: endlich die Regierung geschafft.

Die letzten Wochen waren für Pröll nicht lustig. Voller mühsamer Verhandlungen, in denen Faymann meist geschickt den Krisenmanager gab, während der designierte schwarze Chef wie ein Getriebener wirkte - einer, den die Wirtschaftskrise in eine Koalition zwingt, die aber Teile seiner Partei verhindern wollen. Unter diesem Druck blamierte sich Pröll mit taktischen Spielchen wie seinen zehn No-na-Fragen an die SPÖ und entzauberte sich damit selbst. Das Bild vom Wunderwuzzi,


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