"Ich eigne mich nicht als Opfer"

Politik | aus FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Außenministerin Ursula Plassnik über die Selbstprovinzialisierung Österreichs

Interview: Stefan Apfl, Florian Klenk

Am Sonntag gab Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) bekannt, dass sie der neuen Regierung nicht mehr angehören werde. Hier erläutert sie, warum.

Falter: Als wir vor einem halben Jahr über Europa sprachen, meinten Sie, man solle den Einfluss der Kronen Zeitung nicht überschätzen. Heute jubelt die über den Abgang der "EU-Fanatikerin". Haben Sie die Krone unterschätzt?

Ursula Plassnik: Ich habe sehr darüber gelacht und hatte den Eindruck, die Kronen Zeitung ist verstört, weil sie ihren Lieblingsfeind verloren hat.

Sieht nach einem Sieg der Krone aus.

Plassnik: Klipp und klar: nein.

Wurden Sie von Ihrer Partei geopfert?

Plassnik: Ich eigne mich nicht als Opfer und habe keine Ambitionen zum Märtyrer. Das war ein selbstbestimmter, rationaler Vorgang. Zugegeben, es gab am Sonntag einen Moment der Betroffenheit, in dem mir ein bisschen die Luft weggeblieben ist. Das ändert


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