Wieder gelesen

Bücher, entstaubt

Politik | aus FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Das Ende des Marktglaubens

Als John Maynard Keynes 1936 seine "Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes" veröffentlichte, war die Revolutionierung des ökonomischen Denkens längst im Gange. In den USA folgte Präsident Roosevelt mit seinem "New Deal" schon "keynesianischen" Prinzipien. Zehn Jahre davor hat der in seinem Essay "Das Ende des Laissez-Faire" sein Credo formuliert, das heute wieder brandaktuell ist: dass der "aufgeklärte Eigennutz" keinesfalls zum allgemeinen Vorteil umschlage; dass der Eigennutz "keineswegs immer aufgeklärt ist"; dass viele Krisen das Resultat von Risikogeist, Unsicherheit und Unwissenheit sind. Man dürfe die Prosperität nicht allein dem privaten Profitstreben überantworten. Keynes Motto: den Kapitalismus vor sich selbst retten. rM

John Maynard Keynes: The End of Laissez-Faire. In: Keynes: Essays in Persuasion. London 1963, € 22,90


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