Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Wieso haben Sie Rottenberg eingetunkt, Herr Holcmann?

Am Ende war es Sachertortenglasur. Ein Monat lang hat Paul Holcmann, Geschäftsführer von Springer & Jacoby Österreich, im Eigenversuch mit diversen Schokospezialitäten herumgetüftelt, bis er die richtige Rezeptur hatte, um den Kopf von Standard-Redakteur Thomas Rottenberg richtig zuzukleistern. Zugenommen hat er in diesem Testmonat kein Gramm, sagt Holcmann: "Ist ja alles Bitterschokolade, davon wird man nicht dick."

Aber wozu eigentlich die Schokopatzerei? "Ich kenne Thomas Kovazh aus der Zeit, als er noch Werbetexter war", sagt Holcmann. Mittlerweile hat sich Kovazh mit exklusiver Schokolade selbstständig gemacht. In zwei Shops - einem am Spittelberg, einem in den Ringstraßengalerien - und online verkauft der Exwerber seine Spezialitäten. Bei einem Besuch im Schokoladegeschäft hatten Kovazh und Holcmann die Idee, eine Kampagne zu machen. Der Slogan lautet "Extraordinary Chocolates for Extraordinary People". Weil Bild und Text dieselbe Botschaft transportieren sollten, kam Holcmann schnell auf Standard-Redakteur Rottenberg, "dem coolsten Glatzkopf Wiens".

Schokofan Rottenberg stellte sich für eine Schokoladengage als Model zur Verfügung. Die Ohren wurden zugestöpselt und mit flüssiger Schokolade bepinselt, der Kopf braun übergossen, und dann kam die schwierigste Aufgabe: 15 Minuten lang musste Rottenberg den Mund halten, atmen konnte er nur durch die Nase.

Nun wird Rotte als Schokomann in Wien plakatiert und auf Free Cards gedruckt. Holcmann sucht bereits nach weiteren Schokomenschen, etwa für weiße Schoki. Am liebsten sind ihm bekannte, interessante Gesichter aus dem In- und Ausland. Wer sich angesprochen fühle, könne sich gerne melden. Keine Angst: Nicht alle werden in Schoko eingetunkt. Und gratis naschen darf man auch.


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