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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Zum Glück haben wir die EU-Parlamentarier! Gerade im Bereich Datenschutz und Informationsfreiheit beweisen die Abgeordneten in Straßburg immer wieder, dass sie nicht auf jeden Law-and-Order-Schmäh der EU-Kommission hereinfallen. Zuletzt stellte das Parlament den Einsatz von Nacktscannern infrage, jene Geräte, die selbst die Unterhose von Flugpassagieren durchleuchten und die der Verkehrskommissar Antonio Tajani gern europaweit erlaubt hätte. Prompt folgte der öffentliche Aufschrei. Die Parlamentarier verzogen ihr Gesicht, bezweifelten zu Recht, ob die "virtuelle Leibesvisitation" so eine grandiose Idee sei. Nun zog die EU-Kommission ihre Pläne für die Busen- und Penisbeschau zurück. Es ist nicht das erste Mal, dass Straßburg einen Vorschlag zu Fall brachte. Am bekanntesten ist das Scheitern der Softwarepatent-Richtlinie im Jahr 2005. Sie wurde als Innovationskiller gefürchtet, als Gift für kleine Softwarefirmen. Jetzt fletschten die Parlamentarier wieder einmal die Zähne. Und man muss sagen: Respekt!


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