"Er war der letzte Professor,

Feuilleton | aus FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Die Lücke, die der Tod Wendelin Schmidt-Denglers hinterlassen hat, bleibt schmerzhaft spürbar

Gedenkrede: Karl Wagner

Es gibt keinen Trost. Ich werde daher, um mit dem russischen Dichter Joseph Brodsky zu sprechen, auch keine magere Rede "nach oben schicken / in Richtung der altherkömmlich stummen Gebiete", wie es in seinem "Wiegenlied von Cape Cod" heißt.

Unübertroffen bleibt also weiterhin das berühmte Epitaph, das sich William Butler Yeats für sein eigenes Grab im Friedhof von Drumcliff, am Fuße des wie ein gekentertes Boot daliegenden Bergrückens Ben Bulben gedichtet hat: "Cast a cold eye / On Life, on Death, / Horseman pass by", verbunden mit der Anweisung: "No marble, no conventional phrase."

Ein anderer berühmter Lakonismus, der auch nicht in Erfüllung gegangen ist, stammt von William Faulkner, der dieses gewünscht hat: "It is my aim (…) that the sum and history of my life (…) shall be (…): He made the books and he died." Im Blick auf Wendelin Schmidt-Dengler, dessen


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