Die Sieder

Stadtleben | aus FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Kaffeehaussterben ist fürs Erste abgesagt - viele Wiener Kaffeehäuser sind nämlich besser geworden

Analyse: Christopher Wurmdobler

Das muss dem Wiener Kaffeehaus erst einmal jemand nachmachen. Starbucks versucht seit fast zehn Jahren, in Wien amerikanische Kaffeekultur zu etablieren, aber die Zahl der Filialen steigt nicht so rasant wie angekündigt (pro Monat ein neuer Standort). Chill-out-Musik und Ohrensessel können nicht über das hektische Kommen und Gehen im Koffeinsupermarkt hinwegtäuschen. Lange sitzt bei Starbucks keiner, Zeitungen sind rar, Raucher müssen draußen bleiben, und die Preise sind eine Zumutung. Für das Geld, das hier ein großer Milchkaffee kostet, gibt's anderswo ein Mittagessen.

Weshalb wohl auch das im Zusammenhang mit Coffee-to-go befürchtete Kaffeehaussterben ausgeblieben ist. Im Gegenteil: Das ehemalige Café Haag ist nach einem Intermezzo als Fastfoodrestaurant wieder ein Café und heißt nun Schottenstift; in alteingesessenen Häusern wie dem Hummel oder


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