Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Root-Beer

Stadtleben | aus FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Weichgetränkeklassiker seit 1870: zurück zu den Sassafraswurzeln

Fragt man Herrn Bobby im gleichnamigen Foodstore im Freihausviertel nach "bizarren Getränken", dann muss er lachen. Die Limonaden, die er in seinem Lebensmittelgeschäft verkauft (auch gekühlt!) mögen anderen Leuten seltsam vorkommen, für ihn sind sie ganz normal.

Zum Beispiel Root-Beer. Die amerikanische Brause hat, anders als der Name vermuten lässt, nichts mit Bier im eigentlichen Sinne zu tun. Aber Ginger-Ale ist ja auch kein Bier. Der Softdrink entstand schon während der Kolonialzeit, der großen Ära der selbstgebrauten Heilgetränke. Um 1870 wurde er erstmals gewerbsmäßig hergestellt. Gebraut wurde das "Beer" ursprünglich aus der Wurzelrinde (deshalb: "Root") des Sassafrasbaums, ein Lorbeergewächs, auch Fenchelholzbaum genannt. Weil sich der Rohstoff jedoch als nicht ungiftig erwies, nehmen Hersteller wie die A&W Concentrate Company heute Sassafrasaroma.

Wohl deshalb schmeckt das Wurzelbier bis heute so wunderbar nach Medizin, weniger experimentierfreudige Limonadentrinker beschreiben den Geschmack auch als "extrem", was durchaus zutreffend ist. Bei Root-Beer ist es ein bisschen so wie mit Oliven: Erst nach ein paar davon findet man es ausgesprochen gut.

Angeblich ist Root-Beer mit einer Kugel Vanilleis in den USA auch ein beliebter Nachtisch, aber man muss es ja auch nicht übertreiben. Sagen wir's mal so: Wer Dr. Pepper mag, ebenfalls ein großer amerikanischer Weichgetränkeklassiker, wird auch Root-Beer lieben. Cw


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige