Phettbergs Predigtdienst

Der Stolz der Väter hat doch erst begonnen

Kolumnen | aus FALTER 48/08 vom 26.11.2008

Und Regierungen haben die Rechenmaschinen in der Hand und administrieren und sind über jedes neue Kind höchst erfreut, denn wie alles "bewirtschaftet" wird, wird auch die Bevölkerung hochgerechnet. Die Väter gehen mit ihren Kindern, die quicklebendig um sie herumtanzen. Denn ich hatte, als ich mein "Ich" wahrnahm, keine Ahnung vom Leben. Schön langsam begreife ich, bin aber gleichzeitig hinfälliger nun. Das ist ja das Raffinierte daran, dass der Falter mich noch lässt. Da kann ein Spiegel in mir gesehen werden, denn herausgegebene Zeitungen bleiben im Archiv. Jahr um Jahr ist es dann lustig, was hat denn das Blatt zu diesem oder jenem Thema vor so und so vielen Jahren geschrieben? So entsteht eine Summe. Wie aus allem immer Summen gebildet werden.

Ich, der nie irgendwas wirklich begreift, setz mich einfach vor den Computer und tipp drauflos, was ich mir als Aufsatzthema vornehm. Und sehe die Eltern mit ihren Kindern und merke, es geht weiter, das Leben. Zuerst waren eben nur die Mütter "zuständig" für den Nachwuchs. Aber nun haben alle begriffen, worum es im Leben geht. Der Naivste, also, ich bin wie immer der letzte Begreifling. Nach dem Hirnschlag bin ich ein reines Bild der Langsamkeit.

Alle wissen aber nun: 1.) viel Bewegung, 2.) richtige Ernährung und 3.) ein guter Staatsfunk, der erzieht. Und wenn du nicht so dumm bist wie Phettwurm, dann kommt was Richtiges heraus. Also steh ich gern zur Verfügung als schlechtes Beispiel. Ich bin nirgendwo dabei und lebe in Gumpendorf allein und kann hier nur zaghaft weinen, wenn ich die Eltern mit ihren lebendigen Kindern sehe. Immer öfter und mehr sehe ich stolze Väter mit ihren Kindern. Dies ist erst am Beginn der "Mode", mit Kindern als Vater spazieren zu gehen und einkaufen zu gehen und die Mütter endlich zu entlasten. Ich spüre, dass die Mode eine größte Freude der Herzen wird.

Ich der ewig Alleinige, das Hagestölzchen schlechthin. Ich hab keine wirkliche Kraft mein ganzes Leben zustande gebracht. Ich war wie ein Schmetterling, der einen Wetterumschwung vielleicht einmal und durch Zufall herausbrachte. Wer kann dies auch nur wahrnehmen. Aber es ist ein Windhauch, und das Leben ist zu Ende. So schnell geht es.

Die ungekürzte Version des Predigtdienstes ist über www.falter.at zu abonnieren.

Unter www.phettberg.at ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige