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Wider den despotischen Zinken

Lexikon | aus FALTER 49/08 vom 03.12.2008

Vor hundert Jahren erlebte die zeichnerische Satire in Istanbul eine Blütezeit. Der absolutistische Sultan Abdülhamid II. empfand jede Anspielung auf sein großes Riechorgan als Majestätsbeleidigung. Die ins Ausland geflüchtete Opposition setzte sich mit der Zeichenfeder gegen den „Mief der Vergangenheit“ zur Wehr. Nun führt die Schau „Die Nase des Sultans“ zur Entstehungszeit der kritischen türkischen Pressekarikatur und dokumentiert deren Entwicklung bis in die Gegenwart. In den 50er-Jahren wurden mehrere Satirezeitschriften gegründet, die eine neue Generation von Zeichnern förderte. Das Geschlechterverhältnis ist darin ebenso wenig ein Tabu wie religiöser Fundamentalismus. NS

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, bis 19.12.


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