Neu im Kino

Die große Freiheit: Madagascar 2

Lexikon | Barbara Schweizerhof | aus FALTER 49/08 vom 03.12.2008

Jeder Erfolg wird fortgesetzt, und zwar in so vielen Teilen wie möglich, lautet eines der gnadenlosen Gesetze Hollywoods. Es scheint nicht gerade die Kreativität zu fördern. Manchmal aber steckt im Zwang zur Serie auch ein Moment der Freiheit. „Madagascar 2“ zum Beispiel kommt so viel flotter und unbekümmerter als der erste Teil daher, dass man denkt, es muss damit zu tun haben, dass „Madagascar 3“ schon fest geplant ist. So hat das neue Abenteuer der vier Freunde aus dem New Yorker Zoo weder einen richtigen Anfang noch ein richtiges Ende, dazwischen aber gibt es eine Fülle an originellen Ideen, die um so witziger sind, je weiter sie sich vom üblichen Zeichentrickschmus wegbewegen.

Zu Beginn also verlassen Löwe Alex, Zebra Marty, Nilpferdmädchen Gloria und Giraffe Melman die Insel Madagaskar, auf die es sie in Teil 1 verschlagen hat. Den unermüdlichen Pinguinen ist es gelungen, ein altes Flugzeugwrack zusammenzuflicken, mit dem sie sich und die vier Freunde nun dank ausgefeilter Schleudervorrichtungen in den Himmel katapultieren. Was folgt, ist die beste Actionszene des ganzen Films: Trotz der obercoolen Pinguinpiloten fallen die Triebwerke bald aus; es kommt zur Bruchlandung in der Steppe Afrikas. Während die großmäuligen Seevögel sich augenblicklich wieder ans Basteln machen, lernen die vier Freunde ihre Artgenossen in freier Wildbahn kennen.

Nicht alle Geschichten, die dann erzählt werden, sind gleich originell, schön aber ist, dass es viele sind. Für die meisten Lacher sorgen wieder einmal die Pinguine, die hier in kurzen prägnanten Szenen mit ein paar Affen nichts weniger als eine kleine Geschichte der Arbeiterbewegung nachstellen.

Ab Fr in den Kinos (OF im Haydn)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige