Retrospektive

Alexander Korda, Filmproduzent

Lexikon | Michael Omasta | aus FALTER 49/08 vom 03.12.2008

Der aus Ungarn gebürtige Alexander Korda (1893–1956) war zunächst als Regisseur in Budapest tätig, Anfang der 20er-Jahre in Wien, anschließend in Berlin und Hollywood, bevor er 1932 in Großbritannien „sesshaft“ wurde, seine eigene Filmfirma gründete (London Film) und mit ihr zum bedeutendsten unabhängigen Produzenten des Landes aufstieg. Sein erster großer Erfolg, „The Private Life of Henry VIII“ (1933) mit Charles Laughton in der Titelrolle, markierte einen Wendepunkt in der seit Beginn der Tonfilmära daniederliegenden britischen Filmindustrie. 1935 errichtete Korda, mit Unterstützung von United Artists in Hollywood, die Denham Studios, 1936 wurde er in den Adelsstand erhoben. Nach einer Finanzkrise, die ihn seine Unabhängigkeit zu kosten drohte, war Korda in den 40er-Jahren vorübergehend in Hollywood tätig.

Die Liste der Welterfolge, die Alexander Korda produziert hat, ist lang. Einen seiner letzten feierte er mit „The Third Man“ (Regie: Carol Reed, 1950). „Sir Alexander war ein ernster, gemessener, aber sehr freundlicher Herr – wie alle Engländer, auch jene, die in Ungarn geboren sind“, so Willy Haas in seinem Nachruf. „Wir werden ihn im Gedächtnis behalten: nicht nur als Begründer der großen englischen Filmproduktion, sondern auch als der feine Gentleman, der er war.“

Metro, 5.12. bis 7.1.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige