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Kurz besprochen

Lexikon | aus FALTER 49/08 vom 03.12.2008

Roman

Ursula Krechel: Shanghai fern von wo. Jung und Jung, 500 S., € 29,90

Was diesen Roman von anderen „literarischen Geschichten des Exils“ wie Leslie Epsteins „Der Narr von Hollywood“ (1998) oder Michael Lentz‘ „Pazifik Exil“ (2007) unterscheidet, ist, dass Ursula Krechel keine prominenten Geistesgrößen zu ihren Protagonisten macht, sondern ganz normale, um nicht zu sagen: durchschnittliche Menschen, die im Kampf ums alltägliche Überleben, schier ungeahnte Kräfte zu entwickeln und über sich selbst hinauszuwachsen scheinen.

In den 30er-Jahren wurde Shanghai für 18.000 deutsche und österreichische Juden zur letzten Zuflucht vor den Nazis; eine Handvoll von ihnen spielen die Hauptrollen in „Shanghai fern von wo“: ein Buchhändler aus Berlin Charlottenburg, ein Uhrmacher, das Ehepaar Rosenbaum, der Kunsthändler Lothar Brieger sowie Herr und Frau Tausig aus Wien. Franziska Tausigs Geschichte ist die einzig bekannte der hier zu einem vielstimmigen Panorama des Exils


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