Seinesgleichen geschieht

Wir sind Kaiser! Aber der ORF ist demnächst nicht einmal mehr Künigl

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 49/08 vom 03.12.2008

J enes Blatt, das peinlicherweise den Namen des Landes trägt, begrüßte den noch nicht einmal angelobten neuen Regierungschef Werner Faymann als „Kaiser Werner“ und zeig-

te ihn per Fotomontage in der Uniform des Kabarettisten Robert Palfrader. Was war die Botschaft? Narrenfreiheit für Kanzler, goldene Zeiten für Herausgeber? Oder umgekehrt? Diese süßschleimige Anbiederung ist die Kehrseite jener stinktierhaften Aggression, mit welcher der stets in jeder Hinsicht retorsionsbereite Herausgeber den abgetretenen Kanzler (mit Kind und Kegel) bedachte. Man will darüber gar nicht weiter nachdenken.

Nachdenken sollte man über den ORF. „Wir sind Kaiser“ ist eine jener Innovationen, für die man den Sender lieben kann. Hier wird subtil die Untertanenmentalität der Bevölkerung auf den Punkt gebracht. Vor allem aber wird deutlich, dass Hierarchie auch nur ein Schmäh ist, den man durchschaut, wenn man will.

„Wir sind Kaiser“ operiert mit Formen, die bei uns allen offenbar noch immer

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