Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 49/08 vom 03.12.2008

Offenburg ist nicht Hollywood, das sollte jemand den deutschen Unterhaltungsexperten von der „Bambi-Gala“ (ARD) erklären. Jedes Jahr wieder versucht der Burda-Verlag mit seiner Preisverleihung auf Oscar zu machen – sehr peinlich. Da hockt das übliche germanische Wichtigmenschenpersonal von Boris Becker bis Verona Pooth herum und übt sich in ständigen ungelenken Standing Ovations für internationale Stars. Wow, Meg Ryan, Keanu Reeves, Britney Spears, Tommy Hilfiger, und wir dürfen auch hier sein! Egal, dass die US-Profis fadisiert herumhängen und warten, dass der Marketingtermin in dem Kaff schnell vorbeigeht; egal, dass die einst süße Ryan dank Botox und Lifting aussieht wie Heath Ledger als Joker; egal, dass selbst Showmoderator Harald Schmidt die Provinzialität des Events nicht mit Selbstironie kaschieren kann. Derartige Möchtegernveranstaltungen sollte man einfach aus dem Programm werfen. Wer Promis schauen will, liest besser die Gala. Nur ein Event ist noch jämmerlicher als die Bambi-Verteilerei: unsere Romy-Gala.


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