Am Kündiglberg

Medien | aus FALTER 49/08 vom 03.12.2008

Der ORF schlittert in die größte Krise seiner Geschichte. Nun bangen 1000 Mitarbeiter

Bericht: Nina Horaczek

Vielleicht war es der erste kleine Sabotageakt der Belegschaft. Jedenfalls wurde in dem Moment, in dem ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz im „Starmania“-Studio die Bühne betrat, jene Melodie gespielt, die sonst erklingt, wenn bei der ORF-Castingshow der Verlierer bekanntgegeben wird.

Wäre der ORF-General bei der Talenteshow aufgetreten, hätte ihn das Publikum sofort hinausgewählt. Auch auf ein Friendship-Ticket der Belegschaft bräuchte er nicht zu hoffen.

Was als Betriebsversammlung angekündigt war, wurde inszeniert wie eine Show: mit Festbeleuchtung, LED-Lichtern und der „Newsflash“-Frau Lisa Gadenstätter als Moderatorin. Mit einem Unterschied: Bei „Starmania“ sind alle Sessel besetzt.

Bei „Wrabetzmania“ verließen hundert ORF-Betriebsräte demonstrativ den Saal. Viele ORF-Mitarbeiter folgten. Also musste Wrabetz sein Sparpaket vor leeren Sitzreihen verkünden.


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