Technik

Dinge, die uns brauchen

Medien | aus FALTER 49/08 vom 03.12.2008

Ein Zwergcomputer wie ein Kleinwagen

Prüfbericht: Thomas Vašek

Die Wirtschaftskrise hat ihren Computer. Klein, leicht und billig ist er. Pragmatisch, praktisch, unprätentiös. Eine Art Gegenentwurf zum iPhone, dem Erotikspielzeug für den Hightechhedonisten. „Netbooks“ heißen die neuen Minilaptops in der Preiskategorie zwischen 200 und 400 Euro. Die Zwergcomputer haben Displays zwischen sieben und 10,2 Zoll Bildschirmdiagonale. Sie besitzen kein DVD-Laufwerk, der Akku hält kaum länger als drei Stunden, und von komplexeren 3-D-Computerspielen sind die Rechner sowieso überfordert. Netbooks sind unter den Computern so was wie die Kategorie „klimaschonender Kleinwagen“ – grundvernünftig und spaßfrei. Früher protzten Laptophersteller mit absurd hoher Prozessorleistung, allen möglichen Laufwerken und sonstigen Features. Netbooks reduzieren den Laptop auf das Wesentliche. Ihr Versprechen ist klar: Sie können einerseits mehr als ein Smartphone. Zugleich sind sie billiger und handlicher als normale Laptops. Man kann damit im Web surfen, Texte schreiben, Dokumente lesen oder Fotos anschauen – für viele Nutzer reicht das völlig. Das Wichtigste an den Netbooks ist ohnehin der Internetanschluss. Denn auf immer mehr Anwendungen greifen wir heute via Web zu. Die Serverfarmen von Google, Amazon & Co rechnen für uns. Auch in dieser Hinsicht passen die Netbooks in unsere Zeit: Viel weniger Computer geht nicht. Viel mehr Computer werden wir aber gar nicht mehr brauchen.

Thomas Vašek ist Chefredakteur des PM-Magazins und rezensiert für den Falter jede Woche Mediengadgets


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