„… und hör’n die herrlichste Musik“

Feuilleton | aus FALTER 49/08 vom 03.12.2008

Womöglich ist Max Goldt der witzigste Schriftsteller, der je in deutscher Sprache geschrieben hat

Laudatio: Daniel Kehlmann

Das wird eine langweilige Rede. Nein, keine Koketterie, ich bitte Sie, diese Ankündigung ernst zu nehmen. Was bleibt mir auch anderes übrig! Soll ich versuchen, witzig zu sein in Anwesenheit von Max Goldt? Bieten könnte ich natürlich eine Ansprache voller Zitate: die klügsten und komischsten Stellen aus dem Goldt’schen Werk, locker verbunden durch einigermaßen elegante Überleitungen. Das würde ich schon hinkriegen. Aber Goldt zu loben, nicht ihn zu bestehlen bin ich hier, und darum sehen Sie mich wild entschlossen zu Ernst und Analyse.

Auch vom Lachen werde ich sprechen müssen. Ich weiß, das ist heikel. Goldt hört dieses Wort gar nicht gerne, es macht ihn ärgerlich, wenn man ihn einen Humoristen nennt, und er hat ja auch Recht: Zu oft gilt, in Deutschland, aber auch anderswo, der Umstand, dass etwas lachen macht, als Indiz für eine gewisse Mittellage des


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