Nüchtern betrachtet

Was Otto Schenk und ich gemeinsam haben

Feuilleton | aus FALTER 49/08 vom 03.12.2008

Vor einiger Zeit bin ich auf eine Gemeinsamkeit von Otto Schenk und mir gestoßen. Otto Schenk ist nicht unbedingt mein role model number one, aber er ist auch nicht irgendjemand: Er hat eine eigene Art des Sprechens erfunden (das sogenannte „Schenkisch“), die darauf beruht, überall dort retardierende Momente in den Sprachfluss einzubauen, wo sie garantiert nicht hingehören. Damit ist Otto Schenk locker zwei Jahrzehnte so etwas wie der Helge Schneider der Josefstadt gewesen. Vor etwa einem Jahr hat er aus Anlass des Erscheinens einer Kochbekenntnisschrift gestanden, ein „Suppentiger“ zu sein. Otto Schenk und ich, brothers in spoons – damit hätte ich nicht gerechnet.

An dieser Stelle möchte ich ein Gelübde tun: Ich verspreche, niemals ein Kochbuch oder meine Autobiografie zu veröffentlichen, selbst wenn ich eine der nächsten „Starmania“-Staffeln gewinnen oder mit Amy Winehouse aus demselben Sanatorium ausbüchsen sollte. Ich habe das zwar nicht vor, aber die Anschauung


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